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Porgo Tagträumer

Porgo Tagträumer

Wie wollen wir entscheiden, wohin wir gehen,
wenn wir nicht wissen, woher wir kommen?

Warum die Schlüsselblume keine Schätze mehr erschließt

Als es auf der Erde noch viele Kobolde und Feen gab, besaß die Schlüsselblume große Zauberkraft. Wer sie im richtigen Augenblick pflückte, dem brachte sie Glück.

Einst trieb ein Schäfer im Frühling seine Schafe auf die Weide. Als die Herde zu grasen begann, erblickte der Schäfer nahe bei einem Felsen ein ganzes Büschel blühender Schlüsselblumen. Er pflückte die größte und schönste und steckte sie an seinen Hut. Nach einer Weile aber wurde der Hut merkwürdig schwer. Statt der Blüte trug er einen Schlüssel aus purem Gold hinter dem Hutrand. Als er den Schlüssel in die Hand nahm, erschien im selben Augenblick, wie vom Winde herbeigeweht, eine wunderschöne Fee.

„Fürchte dich nicht, der Schlüssel wird dir Glück bringen. Lege ihn dort auf den Felsen. Der Fels wird sich auftun, wenn der Schlüssel ihn berührt, und du wirst alle Schätze der Erde erblicken. Nimm davon, soviel du willst, doch gib Acht, dass du das Beste nicht vergisst.“

Der Schäfer berührte den Felsen mit dem Schlüssel, der Fels tat sich auf über einer unterirdischen Grotte, die von Edelsteinen strahlte und glitzerte, dass ihm die Augen übergingen. Schnell breitete er seinen Mantel aus und packte von den Reichtümern darauf, so viel er tragen konnte. Er warf sich das Bündel über die Schulter und verließ die Grotte. Das Wichtigste, das Beste aber, das ließ er zurück, den goldenen Schlüssel. Seither erschließt keine Schlüsselblume mehr die Schätze, die in der Erde liegen, und auch keine Fee mehr zeigte sich den Menschen in der Gegend dort.

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© Danny Liebig